Einführung

Thomas Edward Lawrence, am 16. August 1888 im walisischen Tremadoc geboren, ist eine der bekanntesten, aber auch umstrittensten Personen des 20. Jahrhunderts, nicht nur in Europa und den Vereinigten Staaten, sondern auch im Nahen Osten.
Bis Ende des 2. Weltkrieges als großer Held verehrt, kamen ab den 1950er-Jahren Widersprüche auf.

Mit der Ausstellung in Oldenburg und Köln werden zum einen anhand umfangreichen Quellenmaterials das Leben von Lawrence von Arabien und sein Wirken von der ersten Begegnung mit dem Orient bis zu seinem Tod behandelt und der Entstehungsprozess eines Mythos visualisiert. Die Ausstellung soll aber weder den Mythos bestätigen, noch einen neuen entstehen lassen.
Zum anderen werden die Ereignisse im Nahen Osten nach dem 1. Weltkrieg genutzt, um einem breiten Publikum die jüngere Geschichte der Region zugänglich zu machen und den Besuchern die Gegenwartsentwicklung zu vermitteln.

Zunächst ist die Rezeptionsgeschichte, insbesondere die Printmedien und der Film von David Lean aus dem Jahr 1962 visualisiert. Die Präsentation zeigt chronologisch aufgebaut die Lebensabschnitte von Lawrence und seine unterschiedlichen Interessen. Ein Thema ist die Neigung zur Archäologie bis hin zu seinen Ausgrabungen in Nordsyrien. Ein weiteres ist seine Tätigkeit bei der arabischen Revolution und die Rolle bei den Friedensverhandlungen in Paris und Kairo.
Der erste Ansatz zur Mythosbildung durch die Show des amerikanischen Journalisten Lowell Thomas wird in verkürzter Form multimedial rekonstruiert. Das literarische Werk „Die sieben Säulen der Weisheit“ ist aus kunstgeschichtlicher und literarischer Perspektive behandelt. Seine letzte Lebensphase als Soldat, Schriftsteller und technisch Begeisterter bildet den Abschluss der Ausstellung.

Thomas Edward Lawrence starb am 19. Mai 1935 im Alter von 46 Jahren nach einem Unfall mit seinem Motorrad.